Glossar zum Thema Gazelle Hollandrad und Fahrradtechnik von A bis Z

 

Auto-Ventil
siehe Schrader-Ventil

Blitzventil
Auch Dunlopventil, in den Niederlanden auch Holland-Ventil genannt. Das Standard-Fahrradventil, herausschraubbar. Nicht für hohe Drücke geeignet. Bei hochwertigen Rädern immer seltener im Einsatz.

Bowdenzug
Stahlseil, das die Kraft zwischen Bremshebel und Bremse bzw. Schalthebel und Umwerfer überträgt. Im Idealfall aus rostfreiem Edelstahl.

Bremszug (Bowdenzug)
Kombination aus Außenhülle, Innenzug sowie Zugendhülsen und -endkappe

Citybike

In den Niederlanden auch Stadfiets genanntes Fahrrad für den Alltag für Fahrten in aufrechter und rückenschonender Sitzhaltung. Ein Citybike ist vor allem ein bequemes Rad für den Straßenverkehr und sollte alle gesetzlichen Vorgaben der StVZO erfüllen.

CroMo/Cromolly/Chrom-Molybdän
Hochwertige Stahllegierung mit großer Zug- und Korrosionsfestigkeit und verbesserten Bruchdehnungseigenschaften. Bei klassischen Hollandrädern üblich, ansonsten wenig verwendet.

Diamant-Rahmen
Klassische Bauweise von Herren-Fahrradrahmen, die aufgrund der rautenförmigen Anordnung der Rohre bei Herren-Hollandräder nach wie vor als stabilste Rahmen-Konstruktion angesehen werden kann

Diodenlicht
Leuchtdioden (LEDs) werden meistens bei Rückleuchten, immer häufiger aber auch bei Scheinwerfern verwendet und ersetzen dabei die normalen Glühleuchten.

Drehgriffschalter
mit diesem Schalter wird der gewünschte Gang über einen Drehgriff am Lenker gewählt, die Hand hat dabei permanenten Kontakt zum Griff.

Durchstieg
Bezeichnung des Bereichs, der bei Damen-Hollandrädern den Ein- und späteren Aufstieg ermöglicht.

Dunlopventil
siehe auch Blitzventil

Dynamo
früher meist am Laufrad angetriebene Lichtmaschine, die heute meist als Nabendynamos in die Vorderradnabe integriert ist.

Einbein-Ständer (Seitenständer)
Dieser Ständertyp wird direkt am Rahmen montiert und ist einfach zu gebrauchen.

Elastomerfederung
Federung aus Materialien, wie z.B. Gummi oder Polyurethane, die bei Hollandrädern zum Beispiel bei der Sattel- und Vorbaudämpfung eingesetzt werden.

Elektroräder
Allgemeine Bezeichnung für Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor, der als Trethilfe zur Unterstützung eingesetzt. Hilfreich vor allem bei Steigungen und Gegenwind. Pedelecs werden über die eigene Trittkraft gesteuert, d. h. der Motor wird erst aktiv, wenn man in die Pedalen tritt. Die Motorleistung ist automatisch an die Muskelkraft des Fahrers gekoppelt. Die zugelassene Geschwindigkeit beträgt max. 25 km/h, wenn das Gefährt als normales Fahrrad gelten soll. Fährt es schneller gelten andere Regelungen.

Felgenband
wird als schützendes Trennelement zwischen Schlauch und Felge gespannt.

Felgenbremsen
Klassische Seitenzugbremse oder auch V-Brake bzw., bei der die Bremsbeläge auf die Felgenflanke gedrückt und das Rad entsprechend abgebremst wird. Bei Hollandrädern in Deutschland früher häufig anzutreffen. In den Niederlanden selten im Gebrauch.

Französisches Ventil
auch Sclaverandventil.

Freilauf
Der Freilaufkörper sorgt dafür, dass das Rad rollt ohne mittreten zu müssen. Freilauf nach hinten zusätzlich, wenn das Rad mit Trommel- oder Rollenbremse ausgestattet ist.

Gabel
Die Gabel ist das Rahmenteil, an dem das Vorderrad angebracht wird. Beim Hollandrad meist ungefedert und aus schwingendem Stahl.

Gel-Sattel
Sattel mit komfortabler Gelfüllung (z.B. aus Silikon) für einen hohen Fahrkomfort.

Gemuffter Rahmen
Verfahren im Stahlrahmenbau, bei dem die Rohre in Muffen gesteckt und verlötet werden. Bei Hollandrädern früher Standard, heute nur noch bei wenigen Herstellern üblich.

Gepäckträger
Der Gepäckträger ermöglicht den Transport von Gepäck. Gepäckträger sind meist aus Stahlrohr oder Aluminium und werden bei Hollandrädern für vorne oder hinten angeboten.

Halogenlicht
Spezielle Glühbirnen deren Glaskolben mit Halogengas gefüllt wird, dadurch wesentlich besserer Wirkungsgrad und besonders hell. Heute häufig durch LEDs ersetzt.

Hydraulische Bremse
Bei diesem Bremstyp werden die Bremsklötze durch Öldruck statt durch einen Bowdenzug betätigt. Dadurch geringere Wartungsanfälligkeit und optimale Dosierbarkeit.

Industrielager
Lagereinheit mit bereits fertig montiertem Innenring und Außenring zwischen denen entweder Kugeln, Rollen oder Nadeln laufen, wartungsarm.

Innenlager (auch Tretlager)
Lagerung, die die beiden Tretkurbeln miteinander verbindet. Wird entweder in das Tretlagergehäuse im Rahmen geschraubt oder eingepresst (Gazelle Fahrräder).

Kettenschaltung
eher sportliche Schaltung, bei der zwischen 6 und 10 Ritzel an der Hinterradnabe angebracht werden. Bei Hollandräder unüblich, stattdessen kommen Nabenschaltungen zum Einsatz.

Kettenkasten
Wirksamer Voll-Kettenschutz, welches Kette und Kettenblatt komplett umschließt und so Verschmutzungen der Kette und des Fahrerenden vermeidet. Bei Hollandrädern klassischer Bauart Standard.

Kreuzrahmen (Kruisframe)
Eine alte niederländische Form im Stahlrahmenbau, bei der Sattelrohr und ein bis zum hinteren Ausfallende reichendes Unterrohr kreuzartig miteinander verbunden werden. Dadurch wird eine hohe Steifigkeit erreicht.

Laufrad
Die Einheit aus Felge, Nabe und Speichen bilden zusammen das Laufrad. Bei Hollandrädern als Vorderrad meist mit Trommel- bzw. Rollenbremse ausgestattet und hinten mit einer Nabenschaltung kombiniert.

Ledersattel
Unübertroffener Komfort insbesondere auf langen Strecken. Das Naturleder passt sich nach einer Einfahrzeit optimal an die Anatomie des Fahrenden an und sorgt für jahrelanges Fahrvergnügen. Zur Pflege sind speziell Sattelfette, z.B. von Brooks zu empfehlen. In den Niederlanden werden Ledersättel von Lepper produziert.

Lenker
Der Lenker wird im Vorbau fixiert und bildet so die zentrale Lenk- und Schalteinheit eines Hollandrads. Klassische Hollandräder werden nach wie vor mit einer fest verlöteten Lenkereinheit aus Stahl angeboten.

Lenkergriffe
Heute meist aus Kunststoff, früher meist aus Leder, Kork oder Gummi gefertigte Griffe, die die Lenkerenden gestülpt werden und dämpfende Eigenschaften haben.

Lenkungsdämpfer
Feder zwischen Rahmen und Gabel, die das unbeabsichtigte Herumschlagen des Lenkers verhindert. Vor allem bei Fahrten mit einem Kindersitz und Doppelständer dringend zu empfehlen.

Muffe
Metallhülse, die im Stahlrahmenbau zum Einsatz kommt und als verbindendes Element dient. Siehe auch gemuffter Rahmen.

Nabendynamo
Auch bei aktuellen Hollandräder Standard und einer der aktuell wirkungsvollsten Dynamotypen. Er ist sicher und geschützt im Nabenkörper platziert und dadurch gegen Durchrutschen und Nässe geschützt.

Nabenschaltung
Die Vorteile der Nabenschaltung liegen in der Wartungsarmut und hohen Lebensdauer. Bei Hollandrädern entweder mit einer komfortablen Rücktrittbremse oder Trommelbremsnabe kombiniert. Der geringerer Übersetzungsbereich und das höhere Gewicht spielen für den Einsatzort „Stadt“ und „Landpartie“ eine untergeordnete Rolle. Komfort, Sicherheit und Wartungsarmut sind hier die entscheidenden Parameter.

Pulverbeschichtung
Umweltfreundliches da lösungsmittelfreies Lackierverfahren, bei dem winzige Pulverlackpartikel elektrostatisch mit dem Rahmen verbunden und danach eingebrannt werden. Sehr kratzfest, langlebig und bei Gazelle Fahrrädern üblich.

Rahmenhöhe
Entscheidendes Kriterium zur Anpassung des Fahrrades an den Fahrer (s. a. FAQ)

Reifen
Kommt permanent mit der Fahrbahn in Berührung und sorgt in Kombination mit dem luftgefüllten Schlauch für guten Fahrkomfort und sicheren Kontakt. Bei Hollandrädern gibt es noch einige althergebrachte Sondergrößen. Empfehlenswert sind Reifen mit einem guten Profil und einem wirksamen Pannenschutz.

Rollenbremse / Rollerbrake
Ein System von Shimano, das sich als sichere Bremse für Hollandräder von Gazelle und Co. bewährt hat. Sie ist für den Einsatz in der Stadt bei maximalen Geschwindigkeiten von ca. 30 bis 40 km/h geeignet und bremst nicht scharf, sondern ähnlich eines Antiblockier-Systems, das das Blockieren des Laufrades verhindert, was bei Trommelbremsen älterer Bauart mitunter ein Problem bei Hollandrädern war.

Rücktrittbremse
Dieses Bremssystem kommt in den Niederlanden meist nur bei Rädern ohne Schaltung zum Einsatz und ist international eher unüblich. Gerade bei in Deutschland verkauften Hollandrädern und Citybikes aber weit verbreitet und als sehr betriebssichere und wartungsarme Fahrradbremse sehr beliebt.

Schrader-Ventil
Sclaverandventil, auch als französisches Ventil oder Presta-Ventil bezeichnet, bietet hohe Dichtigkeit. Eher bei sportlichen Rädern verbreitet.

Standlicht
Nachleuchtfunktion (bis 15 min), meist am Rücklicht.

StVZO
Straßenverkehrszulassungsordnung, Vorschriften für die technischen Voraussetzungen aller am Straßenverkehr beteiligten Fahrzeuge.

Vorbau
Bei Hollandrädern kommen nach wie vor Stahlvorbauten zum Einsatz, die in den Gabelschaft gesteckt werden. So lässt sich die Lenkerhöhe einfach, schnell und stufenlos einstellen.